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Selbstregulation

Co-Regulation

Was bedeutet Co-Regulation?

In gewissen Situationen sind wir nicht fähig unsere Gefühle selber zu bewältigen. In diesen Situationen sind wir von einem Gegenüber abhängig, dass uns co-reguliert. Die Person begleitet uns durch die Gefühle und hilft uns, sie bestmöglich zu bewältigen.

Die wichtigste Erfahrung von Co-Regulation machen wir als Säuglinge. Eltern und Bezugspersonen helfen dem Neugeborenen sich zu regulieren. Je besser dies gelingt, desto einfacher ist es, die Selbstregulation zu lernen.

Wie sieht eine Co-Regulation aus?

Hier einige wichtige Faktoren:

Personen, die co-regulierend wirken, sind selber sicher und entspannt. Sie bieten als Person ein wertfreies und sicheres Verhalten an. Die Stimme ist angenehm und ruhig. Für Säuglinge hilft eine „Singsang-Stimme“. Die Körperhaltung ist entspannt und Körperbewegungen sind ruhig.

Aktives Zuhören und Zugewandheit sind wichtig. Da zuviel Gespräch de-regulierend wirken kann, ist es ebenso notwendig zu beobachten, wieviel gesprochen werden soll. Der Raum, in dem die Co-Regulation stattfindet, ist ruhig und sicher. Tief-frequente Geräusche sollten vermieden werden.

Besonders zu beachten bei Kindern:

Für Kinder ist eine alters-entsprechende Situationen zu gestalten. Der Raum ist spielfreundlich. Spiele und kreative Gestaltmöglichkeiten, die Freude machen und entspannen, stehen bereit.

Die Sitzgelegenheiten sind an die Grösse der Kinder anzupassen.

Co-Regulation als Fachperson:

Die Co-Regulation als Fachperson ist vielfältig.

Im körpertherapeutischen Setting gibt es die behandlungsspezifische Regulation, die der Klient*in ermöglicht, über den Körper die Regulation zu fühlen. Diese Behandlung ermöglicht eine Selbstregulation.

Weiter gelten auch hier die co-regulierenden Massnahmen über das Gestalten vom Raum, das Anpassen der Stimme und das aktive Zuhören der Fachperson

Eine wichtige Co-Regulation bieten Fachpersonen den Eltern von Neugeborenen an.

In Situationen, wo Säuglinge grosse Schwierigkeiten der Anpassung haben, übernehmen Fachpersonen die Co-Regulation bei den Eltern und begleiten diese so durch die schwierigen Situationen im neuen Familiensetting.

Co-Regulation setzt Selbst-Regulation und eigene Sicherheit voraus.

Das ganze Umfeld soll der zu regulierenden Person ein Wohlgefühl und Sicherheit geben.

Selbst-Regulation

Die grundlegendste Erfahrung der Selbstregulation machen wir als Säuglinge. Haben Eltern und Bezugspersonen dem Neugeborenen ein Angebot der Co-Regulation geboten, ist es fähig, sich selber zu regulieren. Je besser dies gelingt, desto einfacher ist es, die Selbstregulation zu lernen.

In dieser Phase des Lebens läuft diese Entwicklung zur Selbst-Regulation unbewusst ab, weil uns die Eltern als regulierte Vorbilder das Nachahmen ermöglichen.

Selbst-Regulation ist, wenn wir fähig sind, Gefühle selber zu bewältigen.

Ist diese Gefühlsbewältigung ungenügend oder wir haben keine Strategie, wie wir mit Erlebnissen umgehen, um unsere Gefühle zu regulieren, benötigen wir die Co-Regulation von anderen Personen.

Wir können lernen, uns selber zu regulieren, dies benötigt aber einen bewussten Prozess.

Dieser Prozess ist die Selbstwahrnehmung. Das bedeutet, dass wir bspw. lernen uns über den Körper besser spüren. Zum Wahrnehmen benötigen wir die Sinnesorgane, vor allem die Perzeption. Im Körper haben wir diese geniale Möglichkeit, uns zu fühlen. Wir wissen, wo unsere Beine und Arme sind und wohin wir greifen müssen, um einen Gegenstand zu erreichen. Wir wissen, wo wir im Raum stehen und wie wir uns darin bewegen müssen. All dies sind wichtige Informationen für unsere bewusste Wahrnehmung.

Deshalb ist es uns auch möglich, die Gefühle bewusst wahrzunehmen und so mit co-regulierenden Personen eine Strategie hin zur Selbst-Regulation zu entwickeln.